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Süddeutsche Zeitung x KWERQUS

Vergangene Woche hatten wir die große Ehre, von der Süddeutschen Zeitung interviewt zu werden. Heraus kam ein ausführlicher Artikel über uns und unsere Geschichte:

Schrank mit Türen war gestern: Maximilian Frederic Jacob und Kollegen vertreiben Kleiderstangen im Industriedesign

Von Lea Binzer

 

Standardmöbel stehen in den meisten Studenten-WG-Zimmern. Ich wollte meinem Zimmer aber einen eigenen Stempel aufdrücken", erzählt Maximilian Frederic Jacob, 27. "Da habe ich bei meinem Schulfreund Markus eine selbstgebaute, individuelle Garderobenlösung im industriellen Stil aus Rohren und Holz gesehen. Von der war ich total begeistert." Die Konstruktion habe den Platz seines WG-Zimmers optimal genutzt, "und sie war luftig gestaltet". Das war im Januar 2017. Leider habe Markus ihm das Möbel nicht noch mal bauen wollen: zu aufwendig. "Also habe ich mich nach ähnlichen Stücken im Industriedesign umgesehen und nichts Vergleichbares auf dem deutschen Markt gefunden", sagt der ehemalige Maschinenbau- und Managementstudent.

So entstand die Idee, eine Marktlücke zu schließen. Schon im Februar 2017 arbeiteten Maximilian und sein Schulfreund Markus Engel, 27, zusammen mit Maximilians Studienfreund Benjamin Böhmer, 26, an ersten Ideen für Industriedesign-Kleiderstangen. Danach ging es sehr schnell. Schon im Juni gründeten sie ihre Firma Kwerqus in München und seit November sind sie mit ihren Möbeln auf dem Markt und vertreiben diese online. Da Markus momentan noch in Schweden studiert, tritt er bei Kwerqus gerade kürzer. Ergänzt wird das Team von Luisa Marie Sondermeier, 26, die sich als Werkstudentin um Marketing und Social Media kümmert.

"Industriedesign ist ein Trend, der mittlerweile auch in Deutschland zu bemerken ist, etwa in Cafés", sagt Benjamin ernst. "Wir wollen dieses schlichte Design mit unseren Möbeln in die Wohnungen der Leute bringen, um diese individueller zu gestalten." Maximilian ergänzt: "Gerade unsere Kleiderstangen ermöglichen es, kleine Räume luftiger wirken zu lassen. Viel mehr als ein Kleiderschrank mit Türen. Außerdem fanden wir die Idee toll, dadurch zu zeigen, was man an Kleidung besitzt. Somit können in der Raumgestaltung neue, bisher nicht vorhandene Akzente gesetzt werden."

Das Kerngeschäft von Kwerqus sind die Kleiderstangen. Es gibt sie in allen möglichen Größen und Varianten. "In meinem Zimmer stehen mittlerweile zwar schon einige Industriedesignmöbel, aber gerade eine unserer Kleiderstangen ums Eck will ich noch integrieren. Ideal für Zimmer mit wenig Platz", meint Maximilian, der sich in seinem hellblauen Hemd und der dunkelblauen, knielangen Hose für einen Jungunternehmer äußerst professionell gibt. Zur Zeit ist Kwerqus dabei, eine Sparte für Wandregale und Tische aufzubauen. Mit 39 Euro für eine Kleiderstange bis 790 Euro für einen Schreibtisch ist die Preisspanne ihrer Möbel groß. Sie bestehen aus schwarzen Tempergussrohren, einer Gusseisensorte, mit einem Durchmesser von 28 Zentimetern und zum Teil aus Lerchenholz. "Langfristig wollen wir Eiche verwenden. Daher auch unser Name Kwerqus, eine Abwandlung des lateinischen Wortes quercus für Eiche. Doch Eichenholz ist sehr teuer", sagt Benjamin. Zu Beginn haben die drei ihre Möbel selber in der Garage von Benjamins Mutter in Starnberg zusammengebaut. "Das war eine Heidenarbeit, weil wir das Holz unbehandelt bekommen haben. Schleifen, Kanten bearbeiten, Löcher präparieren, Ölen: All das haben wir selber gemacht. Das wurde mit der Zeit aber zu aufwendig", sagt der ehemalige BWL-Student.

Mittlerweile ist alles Handwerkliche ausgelagert: Die Rohre und das Holz werden in der Nähe von Dresden und Münster hergestellt. Auch die Lieferung an die Kunden erfolgt über ein externes Logistikunternehmen. Für das Design und das operative Geschäft wie den Verkauf hingegen sind Maximilian und Benjamin verantwortlich.

Die vorgegebenen Designs werden in Einzelteilen an die Kunden geliefert, die sie nach Modulbauweise selber zusammenbauen können. Auch Einzelteile werden geliefert, jeder kann ein individuelles Möbelstück bauen. "Das hat Projektcharakter. Die Kunden haben etwas Persönliches in ihrer Wohnung. Wir bieten die Möglichkeit, mit nur 38 Elementen 1500 Produkte herzustellen", sagt Benjamin, der leger im weißen T-Shirt und mit blauer, knielanger Stoffhose dasitzt. Zum Teil sind auch Sonderanfertigungen möglich, wenn Kunden Skizzen ihrer Wunsch-Möbel schicken. Raumtrenner oder Lampen mit Betonfuß seien auf diese Weise schon entstanden.

Obwohl Kwerqus momentan nur den deutschen Markt bewirbt, bestellen auch ausländische Kunden, vor allem aus der Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich und England, teilweise sogar aus den USA und Australien. Vermutlich, "weil wir bei den Kleiderstangen Preisführer sind", sagt Maximilian selbstbewusst. Neben dem Verkauf an private Kunden hat Kwerqus bereits zwölf Textilboutiquen in Deutschland mit seinen Möbeln ausgestattet und eine in Paris, an der derzeit noch gearbeitet wird. Längerfristig will das Team auch sein Sortiment erweitern. Und dann? Die drei denken in großen Dimensionen. Europa und die Welt wollen sie mit ihren Möbeln beglücken.

 

Link zum Artikel: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/start-up-aus-muenchen-das-rohr-zur-welt-1.4122481


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